CHIMBORAZO (1998)
Der Chimborazo (6319 m ü.NN) wurde lange Zeit als der höchste Berg der Erde angesehen, bevor man die Bergriesen Asiens und Amerikas entdeckte. Würde man jedoch die Höhe der Berge vom Mittelpunkt der Erde aus messen, so wäre der Chimborazo durch seine Äquatoriallage tatsächlich eine der höchsten Erhebungen unseres Planeten.
Alexander von Humboldt (1769-1859) versuchte seit 1802 mehrfach den Gipfel des Chimborazo zu bezwingen. Hierüber entstand das berühmte Essay “Über einen Versuch den Gipfel des Chimborazo zu ersteigen.”
“Das was jedoch unerreichbar scheint,” so schrieb Humboldt in diesem Text, “hat eine geheimnisvolle Ziehkraft; man will, daß alles erspähet, daß wenigstens versucht werde, was nicht errungen werden kann.”
Die klare innere Gliederung und die Maßstäblichkeit der Architektur lassen einen Kubus mit imaginärem Spannungsfeld entstehen, in dessen Zentrum die Skulptur zu schweben scheint. “Chimborazo” besteht aus zwei gegeneinander gestellten Kegeln, die an ihrer Basis durch eine Leuchtscheibe getrennt werden.
Der obere Kegel ist eine künstlerische Interpretation des Vulkankegels und enthält Auszüge aus dem von Alexander von Humboldt angefertigten Vegetationsprofil. Die eingetragene "Pflanzen-Pyramide" umfaßt die für die einzelnen Höhenregionen jeweils charakteristischen Pflanzenarten. Humboldt sieht in den jeweiligen Umweltbedingungen die Ursache für eine konvergente Entwicklung der Pflanzenformen. Er untersuchte die vertikale Gliederung der Pflanzendecke und die charakteristische Aufeinanderfolge einzelner Vegetations-
stufen vom Meeresniveau bis zu den Gipfeln der Hochgebirge. Hier tritt auf engstem Raum die Abhängigkeit zur Temperatur noch viel eindrucksvoller zutage, als in der gesetzmäßigen Anordnung der horizontalen Vegetationszonen, die sich in großflächiger Ausdehnung vom Äquator bis zu den Polen hin erstrecken.
Der untere Kegel ist eine mathematisch exakt berechnete Kegelprojektion der Weltkarte.
Titel: CHIMBORAZO (1998)
Technik: Papier, Stahl, Kupfer, Leuchtpigment
Standort: Internationales Begegnungszentrum der Universität Leipzig, Werner-Heisenberg-Haus
Masse: d=160cm, h=400cm
Gewicht: ca. 160kg
Zusammenarbeit mit Tobias Wittenborn
Architekturbüro: BKLS, München





